Kurshandbuch MTB-Kurs „Grün“

Das haben wir im MTB-Kurs „Grün“ durchgenommen
Vielen Dank, dass du uns dein Vertrauen geschenkt und an unserem Kurs teilgenommen hast!
Wir verstehen, dass der Kurstag mit all den Übungen und neuen Informationen etwas überwältigend sein kann und es natürlich schwierig ist, sich jedes einzelne Detail zu merken.
Deshalb versenden wir dieses Kurskompendium, damit du nach dem Kurs in aller Ruhe
dein Gedächtnis auffrischen kannst.
Werde gerne Mitglied in unserer Facebook-Gruppe „The Bikemaestros“ , in der du das im Kurs Gelernte diskutieren, Radtouren mit anderen Bikemaestro-Teilnehmern planen und spannende Neuigkeiten und Angebote von uns erhalten kannst.
Wenn du mit deinem Kurserlebnis bei uns zufrieden bist, wären wir dir sehr dankbar, wenn du eine Bewertung auf unserer Google-Seite hinterlassen würdest 🙏
Folge dazu bitte diesem Link: https://g.page/r/CfC0dJUR3wU3EAg/review
Der „Grüne Kurs“ ist hoffentlich nur der Anfang deiner Reise, und wir hoffen, dass du alle Werkzeuge, die du während des Kurstages erhalten hast, mitnimmst und weiterhin auf eigene Faust übst. Es kann Tausende von Übungsstunden erfordern, um etwas wirklich zu meistern – sei also nicht traurig, wenn die Technik nicht sofort sitzt. Übe weiter, du bist auf dem richtigen Weg!
Ein naheliegender nächster Schritt nach dem Grundkurs ist unser blaue Kurs.
Du kannst auch Privatstunden (für eine oder mehrere Personen) buchen, an unseren Social Rides teilnehmen und später auch an unseren Mountainbike-Reisen rund um
auf der ganzen Welt.
Im Folgenden findest du eine Zusammenfassung der Grundlagen zur Fahrradrichtung sowie der gesamten Theorie aus dem Kurs.

BIKE SETUP / FAHRRAD-EINSTELLUNGEN
Das Thema „Bike-Setup“ ist ein enorm weitläufiges Gebiet, in das man sich endlos vertiefen kann.
Es gibt jedoch einige einfache Grundlagen, mit denen man beginnen kann und die einen sehr großen Unterschied machen.
Im Folgenden gehen wir diese durch.
Bremseneinstellungen
Die richtige Einstellung der Bremsen verhilft dir zu besserer Kontrolle, sichererem Radfahren und Energieersparnis.
Heutige Bremsen sind so leistungsstark, dass es ausreicht, mit einem Finger – dem Zeigefinger – zu bremsen. Das Bremsen mit einem Finger sorgt zudem für mehr Feinfühligkeit, und mit den verbleibenden vier Fingern hast du mehr Kraft, den Bremshebel festzuhalten, was wiederum dazu führt, dass deine Arme weniger schnell ermüden. Das ist besonders wichtig, wenn man lange Abfahrten in großen Bergen oder im Bikepark unternimmt. Das Bremsen mit einem Finger setzt jedoch voraus, dass die Bremshebel richtig montiert sind, damit man einen guten Hebeleffekt erzielt.
Wir empfehlen, die Bremsen wie auf dem Bild links zu montieren, sodass der Finger am äußeren Rand des Bremshebels liegt.

Wir empfehlen einen Winkel des Bremshebels zum Boden von etwa 30 Grad, wie in der Abbildung unten links dargestellt. Wenn man den Hebel zu weit nach unten neigt, lässt er sich nur schwer erreichen, wenn man sich weit nach hinten auf dem Fahrrad lehnt, und die Hand befindet sich in einer Position, die es erschweren kann, starken Stößen und abrupten Bremsmanövern standzuhalten. Wird der Hebel zu weit nach oben (horizontal) geneigt, führt dies zu einer schlechten Ergonomie für das Handgelenk, was wiederum zu Überlastung und Schmerzen führen kann.

Die meisten modernen Bremsen verfügen heute über einen Drehknopf oder eine kleine Schraube zur Einstellung des Abstands zwischen Bremshebel und Lenker. Wir empfehlen, den Hebel so einzustellen, dass man den Finger nicht ganz ausstrecken muss, um ihn zu erreichen, genau wie auf dem Bild unten links zu sehen ist. So erhält man eine entspanntere Handhaltung und eine bessere Bremskraft.
Einstellungen der Stoßdämpfer
Wir empfehlen dir, die Website des Stoßdämpferherstellers aufzurufen, um die Grundeinstellungen für genau die Stoßdämpfer zu ermitteln, die an deinem Fahrrad verbaut sind. Wenn du dir nicht sicher bist, welches Modell du hast, kannst du uns ein Foto per E-Mail schicken – wir helfen dir gerne weiter.
Wenn du einen Dämpfer der Marke „RockShox“ hast, kannst du deren App „TrailHead“ herunterladen. Dort gibst du die Seriennummer des Dämpfers ein und erhältst die empfohlenen Einstellungen für genau dieses Dämpfermodell.
Du kannst auch die Seitenhttps://trailhead.rockshox.com und
besuchen. Bikeradar hat ein großartiges Video für Anfänger, in dem gezeigt wird, wie man seine Stoßdämpfer schnell und einfach einstellt. Das Video ist nur 10 Minuten lang und auf jeden Fall sehenswert:Stoßdämpfer-Setup mit Bikeradar
Reifendruck
Viele Fahrrad-Einsteiger fahren mit einem viel zu hohen Reifendruck. Dadurch fühlt sich das Fahrrad auf unebenem Gelände „unruhig“ an, und sowohl die Leistung als auch der Komfort leiden darunter. Ein niedrigerer Reifendruck sorgt dafür, dass sich die Reifen an Wurzeln und Steine anpassen und besser über Unebenheiten im Gelände „gleiten“. Der Reifendruck wird in bar oder PSI gemessen, und ein guter Ausgangswert für Anfänger liegt zwischen 1,3 und 1,6 bar (18–23 PSI), abhängig von Gewicht, Untergrund, Wetter und Fahrstil.
Ein heißer Tipp ist es, die Reifen auf ein schlauchloses System umzurüsten. Kurz gesagt bedeutet das, dass man die Schläuche aus den Reifen entfernt, spezielle Ventile montiert und die Reifen mit einem speziell hergestellten Mittel (UST-Flüssigkeit) befüllt, das für eine dichte Verbindung zwischen Reifen und Felge sorgt. Die UST-Flüssigkeit sorgt außerdem dafür, dass kleinere eventuelle Löcher im Reifen automatisch wieder verschlossen werden, sodass das Risiko einer Reifenpanne verringert wird, wenn man über etwas Scharfes fährt. Abgesehen davon, dass das Risiko einer Reifenpanne deutlich verringert wird, kann man auch mit einem noch niedrigeren Reifendruck fahren, was den Komfort erhöht und das Radfahren über unebenes Gelände mit vielen Steinen und Wurzeln erheblich erleichtert.
Wenn du deine Reifen auf schlauchlos umrüsten möchtest, findest du in unserem Shop alles, was du dafür brauchst. Und falls du die Arbeit nicht selbst erledigen möchtest, helfen dir unsere erfahrenen Mechaniker natürlich gerne in unserer Werkstatt.
Wie gesagt, beim Thema Bike-Setup kann man sich endlos vertiefen, aber dies sind einige gute Grundlagen für den Einstieg.
Wenn du Fragen oder Bedenken hast, melde dich einfach bei uns!
Kurszusammenfassung MTB-Kurs GRÜN
Positionierung – Grundposition
Die Grundposition ist eine stehende Haltung, die du in hügeligem Gelände einnimmst, um eine bessere Kontrolle, Balance und Beweglichkeit zu erreichen. Wenn du eine Dropper-Sattelstütze hast, senke den Sattel gerne ab, damit er nicht im Weg ist und du dich auf dem Fahrrad besser bewegen kannst.
Halte die Ellbogen nach außen und den Blick nach vorne gerichtet – schau dorthin, wohin du fährst, um eine bessere Körperhaltung, Balance und Spurwahl zu erreichen.
Der Schwerpunkt sollte mittig über dem Fahrrad liegen, wobei das Gewicht auf den Beinen ruht. Vermeide es, zu weit hinten zu sitzen, da du sonst den Halt nach vorne verlierst und die Lenkkontrolle beeinträchtigt wird. Wenn es sich so anfühlt, als würdest du an den Fingern hängen, sitzt du wahrscheinlich zu weit hinten. Wenn du zu weit vorne sitzt, belastest du die Handgelenke unnötig. Versuche, den Kopf über dem Lenker und die Hüfte so weit hinten zu halten, dass du ausgeglichen auf dem Fahrrad stehen kannst.
Ein guter Test, um dein Gleichgewicht zu überprüfen, ist, zu sehen, ob du die Hände loslassen kannst, während du auf den Pedalen stehst. Wenn du nach vorne fällst, wenn du die Hände loslässt, liegt dein Schwerpunkt zu weit vorne, und wenn du nach hinten fällst, liegt dein Schwerpunkt zu weit hinten.
Positioniere die Pedale direkt vor der Fußsohle und halte die Kurbeln waagerecht. Das sorgt für eine stabile Position und verringert das Risiko, irgendwo anzustoßen. Halte Beine und Arme leicht angewinkelt und den Körper entspannt, um dich geschmeidig mit dem Fahrrad bewegen zu können.
Achte darauf, die Fersen leicht nach unten hängen zu lassen. Das hilft dir, mehr Gewicht auf die Pedale zu verlagern, senkt den Schwerpunkt und macht die Position auf unebenem Gelände stabiler. Außerdem erhältst du ein besseres Gleichgewicht und mehr Halt, während deine Beine gleichzeitig effektiver als Stoßdämpfer wirken können. Das Ziel ist nicht, die Bewegung zu übertreiben, sondern eine entspannte und stabile Position einzunehmen, in der du fest und kontrolliert auf dem Fahrrad stehst.
Klettertechnik in sitzender Position (Stufe 1)
Die Sitzposition ist die Grundlage für effizientes Bergauffahren mit dem Mountainbike. Durch das Sitzen erhältst du einen besseren Grip am Hinterrad, einen gleichmäßigeren Tritt und sparst gleichzeitig Energie bei längeren Anstiegen.
Konzentriere dich darauf, eine ruhige und stabile Position auf dem Fahrrad einzunehmen. Sitze fest auf dem Sattel, halte den Oberkörper jedoch aktiv, wobei die Arme leicht gebeugt und entspannt sind. An steileren Stellen musst du den Oberkörper etwas nach vorne neigen, um das Vorderrad am Boden zu halten und die Kontrolle über die Lenkung zu behalten.
Das Ziel ist es, die Balance zwischen Grip hinten und Kontrolle vorne zu finden. Wenn du zu weit hinten sitzt, kann das Vorderrad abheben oder seitlich ausbrechen. Wenn du zu weit vorne sitzt, besteht die Gefahr, dass das Hinterrad den Grip verliert und durchdreht.
Versuche, sanft und gleichmäßig zu treten, anstatt hart und ruckartig auf die Pedale zu drücken. Ein gleichmäßiger Tritt hilft den Reifen, den Halt zu bewahren, insbesondere auf Wurzeln, Steinen und losem Untergrund.
Plane den Anstieg im Voraus und schalte herunter, bevor es steil wird. Das Schalten unter hoher Belastung verschleißt den Antrieb stärker und kann dazu führen, dass die Kette springt oder sich verhakt.
Wenn du eine Dropper-Sattelstütze hast, ist es oft am besten, den Sattel beim Bergauffahren ganz oder fast ganz hochzustellen, um mehr Kraft in die Tritte zu bringen. Richte deinen Blick außerdem weit nach vorne, damit du das Gelände einschätzen und deine Linie rechtzeitig planen kannst.
Bremstechnik
Die Bremstechnik ist eine der wichtigsten Grundlagen beim Mountainbiken, und die Techniken, die wir vermitteln, sind für viele Teilnehmer oft ein Aha-Erlebnis. Es kommt unglaublich häufig vor, dass Anfänger die Hinterradbremse zu stark und die Vorderradbremse zu schwach betätigen, obwohl die Vorderradbremse den größten Teil der Bremskraft und der Kontrolle über das Fahrrad ausmacht.
Auf den meisten Untergründen stammen etwa 70–80 % der Bremskraft von der Vorderradbremse und der Rest von der Hinterradbremse. Wie stark du die Vorderradbremse betätigen kannst, hängt jedoch davon ab, wie viel Grip du hast. Auf trockenem und griffigem Untergrund kannst du die Vorderradbremse sehr stark einsetzen, während nasse Wurzeln, Laub oder Schlamm ein sanfteres und kontrollierteres Bremsen erfordern.
Auf rutschigem Untergrund wird die Bremskraftverteilung oft gleichmäßiger zwischen Vorder- und Hinterrad verteilt, um das Risiko zu verringern, dass das Vorderrad den Halt verliert. In bestimmten Situationen können bis zu 40–50 % der Bremskraft von der Hinterradbremse kommen, insbesondere auf losem, rutschigem oder sehr unberechenbarem Untergrund.
Beim Bremsen verlagert sich das Körpergewicht nach vorne. Um das Gleichgewicht zu halten, musst du daher deinen Schwerpunkt senken und deinen Körper aktiv hinter das Fahrrad bringen, ohne dabei zu weit nach hinten zu rutschen. Achte darauf, Arme und Beine leicht angewinkelt zu halten, die Fersen abzusenken und eine entspannte Haltung einzunehmen, in der sich das Fahrrad unter dir noch bewegen kann.
Vermeide ruckartiges Bremsen oder unnötiges Blockieren der Räder. Versuche stattdessen, sanft und progressiv zu bremsen, indem du den Druck auf die Bremsen schrittweise erhöhst. Das sorgt für bessere Kontrolle, mehr Grip und verringert das Risiko, dass die Räder den Halt verlieren.
Richte deinen Blick nach oben und konzentriere dich weit voraus auf das Gelände, statt direkt vor das Vorderrad. Das hilft dir, das Gleichgewicht zu halten und deine Geschwindigkeit rechtzeitig einzuschätzen.
Verwende nach Möglichkeit nur einen Finger an jedem Bremshebel. Moderne Bremsen sind leistungsstark genug, um mit einem Finger effektiv zu bremsen, während du mit dem Rest der Hand einen besseren Halt und mehr Kontrolle über den Lenker hast.
Abwärts über steile Absätze (kein Gefälle)
Manchmal muss man steile Absätze hinunterfahren, bei denen ein „Drop“ nicht die richtige Wahl ist – zum Beispiel, wenn der Weg direkt hinter der Kante abbiegt oder wenn man einfach während des gesamten Abschnitts die Kontrolle und eine niedrige Geschwindigkeit beibehalten muss
Im Mountainbiking gibt es immer noch die alte Vorstellung, dass man sich in solchen Situationen so weit wie möglich nach hinten lehnen soll. Das Problem dabei ist, dass man dadurch oft weniger Kontrolle über das Fahrrad hat. Wenn du dich zu weit nach hinten lehnst, werden die Arme gestreckt, das Vorderrad wird leicht und der Schwerpunkt hoch und passiv. Das erschwert es, das Fahrrad zu lenken und das Gelände zu meistern, sobald das Vorderrad über die Kante rollt. In manchen Situationen kann dies zudem zu einer ruckartigen Bewegung führen, bei der das Fahrrad nach vorne fällt und der Lenker an den Armen zieht. Wenn du dann gestreckte Arme hast und dein Körper weit hinten liegt, kann die Kraft den Oberkörper unkontrolliert nach vorne drücken – was ein sehr häufiger Grund dafür ist, dass Radfahrer über den Lenker stürzen.
Stattdessen empfehlen wir dir, von einer stabilen Grundposition auszugehen: zentriertes Gewicht, leicht gebeugte Beine und Arme, Ellbogen nach außen und den Blick weit nach vorne auf den Weg gerichtet. Wenn du dich der Kante näherst, senkst du deinen Schwerpunkt, indem du Arme und Beine aktiver beugst – fast so, als würdest du deinen Körper über dem Fahrrad „zusammendrücken“. Der Kopf kommt dabei näher an den Lenker, während du dein Gewicht weiterhin zentriert über den Pedalen hältst. Wenn das Vorderrad über die Kante rollt, lässt du das Fahrrad unter dir nach vorne und unten gleiten, während Arme und Beine sich allmählich strecken, um die Bewegung abzufangen. Der Gedanke dahinter ist nicht, den Körper nach hinten zu werfen, sondern das Fahrrad unter einem stabilen und ausgeglichenen Körper arbeiten zu lassen.
Wird die Technik richtig ausgeführt, fühlt sich die Bewegung oft viel sanfter an, als man denkt. Viele beschreiben es fast so, als würde die Kante unter dem Fahrrad „verschwinden“, anstatt zu einem harten Sturz zu führen. Das Ergebnis ist eine bessere Kontrolle, ein geringeres Fehlerrisiko und eine Position, in der du sofort bereit bist für die nächste Kurve oder das nächste Hindernis auf dem Trail.
Über Hindernisse hinweg (Stufe 1)
Um einen besseren Flow auf den Trails zu erreichen, musst du in der Lage sein, kleinere Hindernisse wie Wurzeln, Steine und niedrige Absätze zu überwinden, ohne dass sich das Vorderrad darin verfängt. Die Grundlage dafür ist, das Vorderrad im richtigen Moment anzuheben.
In unserem „Grünen Kurs“ haben wir uns dafür entschieden, diese Technik im Vergleich zur Ausführung eines vollkommen korrekten Vorderradhebens zu vereinfachen. Der Fokus liegt nicht auf einer technisch perfekten Ausführung, sondern darauf, einen einfachen und sicheren Einstieg in die Bewegung zu schaffen, damit sich tatsächlich mehr Teilnehmer trauen und es schaffen, das Vorderrad vom Boden abzuheben.
Die von uns verwendete Technik basiert darauf, dass du zunächst das Fahrrad und die Vorderradfederung zusammendrückst, indem du deinen Körper schnell nach unten beugst. Anschließend führst du eine explosive Bewegung nach oben und leicht nach hinten aus, während du gleichzeitig dabei hilfst, das Vorderrad anzuheben. Stell dir das fast so vor, als würdest du der Bewegung der Vorderradfederung folgen, wenn sie nach der Kompression wieder zurückfedert.
Dies ist zwar nicht die effektivste oder technisch korrekteste Methode für einen Vorderradlift, aber es ist ein sehr guter erster Schritt, um ein Gefühl für das Timing, die Bewegung und das Abheben des Vorderrads vom Boden zu entwickeln. Für viele Lernende ist dies das erste Mal, dass es ihnen tatsächlich gelingt, das Vorderrad kontrolliert über ein Hindernis zu heben.
Wenn du dich mit der Bewegung sicher fühlst, kannst du damit beginnen, das Timing des Anhebens an kleinen Bezugspunkten wie Stöckchen, Kegeln oder niedrigen Kanten zu üben, bevor du die Technik draußen auf dem Trail anwendest.
Wenn das Vorderrad besser abhebt, kannst du auch darüber nachdenken, das Hinterrad über das Hindernis zu helfen. Eine einfache Methode besteht darin, genau in dem Moment, in dem das Vorderrad die Kante passiert hat, das Gewicht wieder etwas nach vorne zu verlagern, sodass das Hinterrad entlastet wird und leichter über das Hindernis rollen kann, ohne anzustoßen.
Auf der nächsten Stufe, unserem blauen Kurs, beginnen wir mit dem korrekteren, aber auch technisch anspruchsvolleren Vorderrad-Lift, bei dem wir an der Verlagerung des Schwerpunkts arbeiten. Dort vermitteln wir dir, wie du deinen Körper und die Bewegung deiner Hüfte einsetzt, um das Vorderrad effektiver, kontrollierter und kraftsparender anzuheben, ohne so stark am Lenker reißen zu müssen.
Bremsprüfung in steilem Gelände (Stufe 1)
Wenn du anfängst, in steilerem Gelände Rad zu fahren, sind die Körperhaltung und die Bremskontrolle entscheidend. Viele empfinden steile Abfahrten anfangs als unangenehm, aber mit der richtigen Technik erhältst du deutlich mehr Kontrolle über Geschwindigkeit und Gleichgewicht.
Die Grundlage besteht darin, von der neutralen Grundhaltung auszugehen und diese dann an die Steigung anzupassen. In steilem Gelände solltest du deinen Schwerpunkt senken, indem du Arme und Beine aktiver beugst und gleichzeitig den Oberkörper tiefer in Richtung Lenker bringst. Der Kopf bleibt ungefähr über der Lenksäule, während sich die Hüfte leicht nach hinten bewegt. Das Ergebnis ist eine niedrige und stabile Position, in der du weiterhin ein gutes Gleichgewicht auf dem Fahrrad hast, ohne passiv weit hinter dem Sattel zu landen.
Ein häufiger Fehler ist es, das Gewicht instinktiv sehr weit nach hinten zu verlagern, wenn es steil oder beängstigend wird. Das Problem dabei ist, dass der Vorderreifen dadurch an Belastung und Grip verliert, was es viel schwieriger macht, kontrolliert zu lenken und zu bremsen. Viele haben dann das Gefühl, dass es sehr schwer ist, die Geschwindigkeit zu drosseln, da die Vorderradbremse nicht mehr effektiv arbeiten kann.
Die Vorderradbremse liefert auch in steilem Gelände den größten Teil der Bremskraft. Auf den meisten Untergründen stammen etwa 70–80 % der Bremskraft vom Vorderrad und der Rest vom Hinterrad. Auf trockenem und griffigem Untergrund, wie z. B. blankem Fels oder festgestampftem Weg, kannst du die Vorderradbremse noch stärker einsetzen und manchmal einen Anteil von etwa 90 % erreichen.
Auf rutschigem Untergrund, wie nassen Blättern, Wurzeln oder Schlamm, muss die Bremskraft stattdessen gleichmäßiger zwischen Vorder- und Hinterradbremse verteilt werden, um das Risiko zu verringern, dass das Vorderrad den Halt verliert. In solchen Situationen kann die Bremskraftverteilung manchmal bei 50–60 % vorne und dem Rest hinten liegen.
Versuche, sanft und progressiv zu bremsen, anstatt die Bremsen abrupt zu betätigen. Richte deinen Blick weit nach vorne ins Gelände und konzentriere dich darauf, eine niedrige, entspannte und aktive Position beizubehalten, in der sich das Fahrrad unter dir bewegen kann.
Wenn du anfängst, steiles Gelände zu üben, ist es wichtig, mit Hängen zu beginnen, die sich gerade richtig herausfordernd anfühlen. So hast du die Möglichkeit, deine Haltung und die Bremskontrolle zu trainieren, ohne in Panik zu geraten oder in alte Gewohnheiten zurückzufallen. Je sicherer du im Umgang mit der Vorderradbremse und beim Einnehmen der richtigen Haltung wirst, desto mehr Kontrolle und Flow wirst du in steilen Abfahrten gewinnen.
Mit viel Übung kannst du auch sehr steile Abschnitte bewältigen. Auf dem Bild unten siehst du Matthias, den Gründer von Bikemaestro, wie er den „Djävulsbranten“ auf der Strecke „Gothenburg Hardline“ hinunterfährt.


